Samstag, 6. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Teil 4/4

Als nächstes testen wir die Persische grüne Minze. Diese unterscheidet sich von der gängigen marokkanischen Minze durch wesentlich kleinere Blätter, die eher länglich statt oval und nicht "behaart" sind, also ohne Fasern. Trotz alledem hat sie ein starkes Menthol-Aroma.

Das Ergebnis teilt sich 50:50. Die Hälfte der Gruppe mag die gemuddelte Version lieber, weil kräftiger und frischer, die andere Hälfte bevorzugt die angeklatschte Variante. Begründung dafür ist, dass man keine kleinen Minz-Stückchen beim Trinken im Mund hat und das Ganze eher einer Limonade ähnelt.


Mal sehen, ob beim nächsten Drink "Wrigley's" grüssen lässt - wir testen die Minzsorte Spearmint.

Die Minze hat offensichtlich nicht sehr viel Aroma, denn diesmal schmeckt der gemuddelte Mojito besser. In Jakobs geklatschter Variante geht das Aroma durch sein mehr an Soda etwas unter.


Der vorletzte Drink wird nun mit Orangenminze hergestellt.


Beide Varianten sind zwar (ähnlich wie bei der Flussminze) interessant, aber für einen typischen Mojito eher unbrauchbar.

So. In Thorstens Küche klatscht es ein letztes Mal, aber keinen Beifall, sondern Minze zwischen Jakobs Händen. Die Zitronenminze darf das Schlusslicht bilden.

Einstimmig abgelehnt. Diese Minze ist nicht mal interessant und macht sich einfach gar nicht gut in einem Mojito. Da hilft auch Arnds Idee nicht, den Drink mit etwas Mandelsirup zu pimpen.


Schluss-Fazit:
Wir sind uns alle einig, dass ein Mojito ein sehr sensibler Drink ist. Er soll letztendlich schmecken, wie in seinem Geburtsland Kuba, wo er trotz unterschiedlicher Herstellungsvarianten stets einer sommerlich leichten Limonade gleicht, die einen durch den Tag begleitet und die den Geschmack frischer Minze mit den Aromen von Rum, Limettensaft und Zucker vereint. Aus unserem Test ergeben sich somit folgende Erkenntnisse:
  • Unbedingt Eiswürfel verwenden - sie tragen die Kohlensäure der Soda länger und lassen den Drink nicht so schnell verwässern wie crushed ice
  • weisser oder feiner brauner Rohrzucker löst sich besser auf und gibt dem Drink die richtige Süsse - Rohrzuckersirup ist ein gleichberechtigter Ersatz für den Rohrzucker
  • frisch gepresster Limettensaft ist ein indiskutables Muss, die Menge darf variieren
  • bei der Minze sollte man sich auf die handelsübliche marokkanische Minze oder die nordafrikanische Krause Minze beschränken (Frank erzählte uns noch von der sehr aromatischen und kräftigen israelischen Minze, die auch im Handel erhältlich sei)
Der wichtigste Punkt ist natürlich die Verarbeitung der Minze und egal ob man sie nun muddelt oder nur leicht zwischen den Handflächen anklatscht - wichtig ist, das man beides sehr behutsam macht. Jakob sagte sehr schön: "Treat her like a woman - soft and gentle." Ein schönes Schlusswort.

Zum Schluss wurde die Bar Pannekschen Labor eröffnet und es gab unter anderem einen leckeren Mint Julep mit Old Grand Dad 114 von Christina Schneider.

In diesem Sinne sagen wir alle "Prost"

4 Kommentare:

Jonas hat gesagt…

Israelische Minze schmeckt unglaublich geil!
Mein Favorit im Mojito!

Thorsten hat gesagt…

Mal wieder ein sehr schöner Bericht aus dem Versuchslabor.
Für mich bleiben nur 2 Fragen offen:
Wer bevorzugt welche Minze?
Mit welcher Minze habt ihr den Julep gemacht?
Wäre toll, wenn ihr das noch mal posten könntet...
Gruß aus Hamburg...

ChristinaSchneider hat gesagt…

Na hier kann ich beisteuern, daß ich den Mint Julep mit der Persischen Grünen Minze gemacht hab, weil mir die schon im Mojito am besten geschmeckt hat. Beste Grüße!

MarcusChristian hat gesagt…

man man man... ich muss schon sagen, ihr gebt ganz schön Gas. Es freut mich riesig, dass es diese/unsere Generation der "frischen" Nachwuchsbartender oder auch nur Interessierten gibt, die die Sache zwar sehr Ernst aber auch mit der nötigen Portion Spass nehmen. Ich freue mich auf weitere spannende Berichte.
Jungs & Mädels: Weiter so!
Der Marcus