Mittwoch, 3. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Teil 1/4

16:30 Uhr im Süden Berlins. Gastgeber Thorsten Pannek (Vis á Vis) hat in seinem kleinen Reich zum Mojito Tasting geladen. Anwesende sind Cordula Langer (Vis á Vis / Becketts Kopf), Christina Schneider (Marlene Bar), Sven Riebel (Lebensstern), Jakob Etzold (Reingold), Olaf Wüstenhagen (Barfly aus Hamburg), Arnd Henning Heissen (Shochu Bar), Frank Grosser (Kempinski Grand Hotel des Bains / St. Moritz) und natürlich meine Wenigkeit (Bar Nou).

In der Mini-Küche wird bereits fleissig Kubanische Minze gezupft und Sven bereitet den ersten Mojito nach Green Door/Victoria Bar Variante zu - sprich:

15 Minzblätter werden mit 1 BL braunen Rohrzucker solange gemuddelt, bis sie einem Minz-Pesto ähneln,
2 cl frischer Limettensaft,
6 cl Havana 3 Jahre,
crushed Ice,
vorsichtig umgerühren,
mit Soda auffüllen

Einstimmige Meinung ist, dass die Minze hier nicht funktioniert. Kubanische Minze schmeckt eher leicht nach Gras, statt nach Minze. Das extreme Muddeln führt dann noch dazu, dass man stets kleine Stücke im Mund hat, was mir persönlich und auch ein, zwei anderen Teilnehmern allgemein bei Drinks nicht gefällt.

Bevor wir die verschiedenen Minz- und Zuckersorten testen, müssen wir uns natürlich erst einmal auf eine Variante der Zubereitung einigen. Der zweite Mojito nach Kempinski Variante wird uns zubereitet von Frank:

8 Minzblätter mit Stengel (!),
2 BL weisser Rohrzucker,
Saft einer Limette,
alles anmuddeln, Eiswürfel hinzugeben,
5 cl Havana,
vorsichtig umrühren,
fill up mit Soda,
erneut vorsichtig umrühren,
einen dash Angostura on Top

Sehr angenehm, keiner will den Drink weiterreichen. Ein guter Mojito, der wie eine Limonade schmeckt.

Jakob macht uns den dritten Mojito in der Reingold Variante:

5-8 Minzblättern ohne Stengel, die nur angeklatscht werden,
2 cl Rohrzuckersirup,
3 cl frischer Limettensaft,
5 cl Havana,
umrühren,
mehr Soda (ca. 8-10 cl) als in Variante zwei,
die Eiswürfel erst zum Schluss dazugegeben,
erneut vorsichtig umrühren

Ebenfalls sehr angenehm. Toller Minzgeschmack, der Rum kommt ganz leicht durch, auch hier schmeckt der Mojito, wie er eigentlich schmecken soll - wie eine sommerlich leichte Limonade.

Als vierten Mojito mache ich die Bar Nou Variante:

vier Limetten-Achtel ins Glas geben,
mit 2-3 BL braunem Rohrzucker anmuddeln,
8-10 Minzblätter dazugeben, nur ganz leicht andrücken,
crushed ice ins Glas,
7 cl Havana,
kurz anshaken,
auffüllen mit Soda,
noch etwas chrushed ice obendrauf

Allgemein finden wir es alle nicht schlecht, dass man hier ein bißchen mehr Rum schmeckt. Störend ist leider der unaufgelöste Zucker im Mund, der dazu führt, dass der Drink zu süß wird, wenn man mit Trinkhalm trinkt.

Arnd macht uns den fünften Mojito in der Shochu Bar Variante:

10 Blatt Minze angeklatscht,
2 cl frischer Limettensaft,
2 cl Rohrzuckersirup,
8 cl Rum, crushed ice drauf,
umrühren (wobei man die Minze nach oben holt),
erneut crushed ice,
einen Schuss Soda und nochmal etwas crushed ice.

Auch diese Variante überzeugt uns alle. Sehr ausgeglichen, auch sehr limonadig.

Fazit:
Die Varianten von Frank (mit weissem Rohrzucker, Minze mit Stengel und Eiswürfeln), von Arnd (mit Zuckersirup, crushed ice und mehr Rum als Soda), sowie die Version von Jakob (ebenfalls mit Zuckersirup, Eiswürfeln und mehr Soda als Rum) haben uns am besten gefallen.

Im nächsten Versuch werden wir per Ausschlussverfahren herausfinden, welche Minze zu welchem Zucker passt.

5 Kommentare:

Avarax hat gesagt…

Ganz großes Tennis, dieser Test!

Die "nächsten Versuche" müssten doch dann recht bald folgen, oder ist die Minze im Topf und daher langzeitig frisch?

Die Pestovariante ist interessant, aber, da ich auch schonmal so einen zerschredderte-Minze-Mojito kosten durfte, muss ich zustimmen: Die Minze gehört ganz. Einfach fies, wenn so kleine Stückchen mit rumschwimmen, es sei denn, man mischt das ganze im Blender. Dann könnte es wiederum i.O. sein... Allerdings stellen sich mir bei dem Wort "Frozen Mojito" die Nackenhaare hoch :D

Freue mich auf die nächsten Berichte, vielen Dank für das ausdauernde Schreiben!

Jens Gröning hat gesagt…

Danke lieber Avarax, endlich jemand, der meine "Ausdauer" an diesem Nachmittag zu würdigen weiss... ;-)

Wir haben natürlich der Frische wegen alles an einem Tag gemacht und es in einen Vierteiler aufgeteilt. Du darfst also noch ein paar Tage Freude am Lesen haben.

Ein "Frozen Mojito" klint wirklich angsteinflössend. Andererseits überlege ich grade, ob sowas funktionieren könnte... Muss ich doch glatt die Tage mal ausprobieren...

Anonym hat gesagt…

Zum Thema Frozen bzw. Mojito der geshaked wird:
Am Wochenende hatte ich als Aktioncocktail den "Strawberry & Balsamic Mojito" aus dem Difford's Guide #8
Erstaunlicherweise kam dieder Cocktail (trotz Balsamico sehr gut an; bis auf die Caipirinha der Bestseller); und alles wurde geshaked:
6 cl Erdbeerpüree (Erdbeeren püriert mir etwas Errdbeersirup)
6 cl Havana 3 anos
1 cl Läuterzucker (oder Rohrzuckersirup)
2 cl frischer Limettensaft
1 cl Aceto Balsamico (Bitte nicht mit der Crema de Balsamico verwechseln)
6-10 Blätter Minze (je nach Intensität, auch gerne den Stiel)
shaked and finestrain
ein Schuss Soda-wasser und crushed Ice
Ins Havana Glas
Eine schöne Erdbeer-Minzgarnitur

"Ad Galli Caudam Propagandam"
For the good of the cocktail

with the best wishes Ron

drum&drum hat gesagt…

Super Test! Auch wenn ich glaube, dass ihr etwas zuviel auf einem getestet habt^^ (Zuckerauswahl zwischen 3 Sorten, diverse verschiedene Zubereitungsvarianten und dann noch 9 verschiedene Minzsorten^^).

Aber alles in allem super informativ, gute Beschreibung und alles wunderbar bebildert!

Daumen hoch :-)

HHbarflyBLN hat gesagt…

@ Ron
Erdbeer und Balsamico ist ja als Kombi allein schon sehr lecker.
Als Mojitovariante sehr interessant.
Aber ob die Minze dann noch zur Geltung kommt?

@ drum&drum
Es war schon viel auf einmal.
Da hast Du nicht ganz unrecht.
Ging ja auch über Stunden...
Aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht.