Montag, 3. November 2008

Unsere beiden Wacholder-Favoriten im Praxistest

Der erste Versuch ist leicht und ohne Gedränge in der Küche zu bewerkstelligen:

Wir machen uns einen S'n'T - einen Schinkenhäger und Tonic und einen E'n'T - einen Eversbusch und Tonic.

5 cl Schinkenhäger bzw. 5 cl Eversbusch Doppel-Wacholder
15 cl Tonic - in unserem Fall von Schweppes.

Der Schinkenhäger überrascht uns mit seiner Milde, der Wacholder ist nur leicht zu schmecken, dafür hat er aber eine sehr angenehme Citrusnote. Der Eversbusch dagegen entfaltet jetzt mehr Geschmack, als in der Blindverkostung. Zusammen mit dem Tonic entwickelt er ein leicht florale Note.

Fazit: durch ihre eher milde Wacholdernote schmecken Deutsche Wacholderbrände mit Tonic nicht gleich wie ein klassischer "Gin-Tonic". Da sich aber die Gins generell nicht mehr untereinander gleichen, kann man auch gerne mal einen Wacholder-Tonic anbieten, da diese - ebenso wie die neuartigen Gins - interessante neue Geschmacksnoten anbieten, die dem klassischen Gin trotz allem sehr ähnlich sind.

Schauen wir doch mal, wie sich die beiden Kandidaten in einen Gimlet einbinden lassen.

6 cl Schinkenhäger bzw. 6 cl Eversbusch Doppel-Wacholder
1,5 cl Rose's Lime Juice
abgespritzt mit einer Limettenzeste

Unser Schinkenhäger-Gimlet kommt sehr angenehm rüber, hat schön eingebundene Citrusnoten, einen leichten Wacholdergeschmack - für einen zartbesaiteten Gimlet-Fan sehr schön zu trinken. Der Eversbusch-Gimlet dagegen fand gerade seinen Weg zurück in die Küche ;-) Der Eversbusch band sich durch seine zu florale Note nicht in den Gimlet ein.

Und wo wir schon wieder in der Küche stehen, versuchen wir doch gleich mal einen Wacholder-Fizz anstatt eines Gin-Fizz.

6 cl Schinkenhäger bzw. 6 cl Eversbusch Doppel-Wacholder
4 cl frischer Zitronensaft
2 cl Rohrzuckersirup
Soda - in unserem Fall ein Deutsches Mineralwasser von Gerolsteiner ;-)

Keine 4 Minuten später stehen beide vor uns. Der Schinkenhäger-Fizz zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht! Er kann einem Gin-Fizz ohne Probleme paroli bieten und es würde jeden Gin-Fizz Trinker überraschen, was er da grad trinkt. Der Eversbusch protzt wieder mit seiner floralen Note, diesem gebieten wir aber Einhalt, indem wir ihm einen Dash mehr Süße geben. Danach steht auch er einem Gin-Fizz in nichts nach.

Wir warten auf eine Ration Pizza zur Stärkung und fahren dann mit unserem nächsten Test fort: einem Hemingway Sour mit Wacholderbrand.

6 cl Schinkenhäger bzw. 6 cl Eversbusch Doppel-Wacholder
3 cl frischer Zitronensaft
2 cl Grenadine

Auch hier wieder eine Überraschung auf ganzer Linie. Der Schinkenhäger bindet sich ausgezeichnet in den Hemingway ein. Der Eversbusch braucht, wie schon im vorigen Versuch, wieder einen Dash mehr Süße, um sich zu entfalten und runder zu werden. Er schmeckt insgesamt etwas kräftiger, ist aber trotzdem genauso rund wie der Schinkenhäger.

Zuguterletzt wagen wir etwas Außergewöhnliches: wir versuchen uns an einem "Wacholder-Weihnachts-Martini" in Anlehnung an Harry Johnson's Martini-Cocktail aus dem Jahre 1882.

3 cl Schinkenhäger
3 cl Noilly Prat
1 BL Rohrzuckersirup
1,5 BL Ettaler Klosterlikör Honig Safran
2 dashes Orangenbitter vom The Bartenders Laboratory
Abspritzen mit einer Orangenzeste

Und wer sich jetzt fragt, warum wir das Ganze "weihnachtlich" nennen - ganz einfach: der Orangenbitter von René Tempel und Arnd Henning Heißen bekam unter Verwendung von Zimt, Koriander, Gewürznelken und Muskatnuss einen sehr weihnachtlichen Schliff - wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Beiden für die Probe.

Geschmackserlebnis: unser Eigenbau-Weihnachts-Martini überrascht mit seiner Orangen- und Citrusnote, begleitet von dem Geschmack, der uns alle so an Weihnachten erinnert, man schmeckt den schön eingebundenen Noilly Prat, welcher wiederum die Citrusnote des Schinkenhägers unterstützt, abgerundet durch den Honig-Geschmack des Ettalers - den Jens ab heute auf eine Stufe mit einem Dom Benedictine stellt.

Erstes Fazit: Wie die erste Cocktail-Testreihe ergab, brauchen sich GSA-Produkte nicht zu verstecken. Der Schinkenhäger band sich in fast jeden Cocktail ohne Beanstandungen ein und überzeugte. Der Eversbusch 46 % hingegen benötigte stets ein bißchen mehr Süße, um bestehen zu können.

So, das waren unsere ersten Praxis-Tests. Eine weitere Runde folgt demnächst, sobald wir wieder beide Zeit haben.

Prost - Euer Thorsten & Jens

2 Kommentare:

René Tempel hat gesagt…

Sehr schönes Experiment und echt schön zu sehen, wie gut es doch eigentlich klappt mit unseren Produkten. Ich glaube, ich würde mich für den Wacholder - Weihnachts Martini entscheiden ;o))

Wo kann ich Ihn mal probieren??

Grüße René

Thorsten Pannek hat gesagt…

Das glaube ich Dir ;-) War auch echt lecker :-) Ich brauche erst mehr Orangen-Bitterdann dann gibt es auch den Wacholder-Weihnachts Martini ;-)