Samstag, 20. Juni 2009

Wir gehen neue Wege...

Vor etwa anderthalb Monaten war der GSA-Blog mit dem Berliner Teil des Bartenders Laboratory unterwegs. Thorsten Pannek und Arnd Hennig Heißen waren gemeinsam etwas trinken, unterhielten sich über dies und das und unter anderem über die eigenen Blogs. Es entstand der Gedanke oder vielmehr die Frage, wie man gemeinsam mit seinen Berichten eine noch breiter gefächerte Leserschaft erreichen könnte. Und so wurde eine Idee geboren, die in den nächsten Tagen in die Tat umgesetzt wird:

Das Bartenders Lab und der GSA-Blog werden ab 21. Juni 2009 fusionieren !

Was heisst das für unsere Leser? Ganz einfach: Ab genanntem Datum werden die Arbeiten auf beiden Blogs eingestellt. Stattdessen wird es einen gemeinsamen Blog geben - Das Bartender Labor - zu finden unter http://www.bartender-lab.com

Aber keine Angst, unsere Beiträge ziehen einfach nur um und auch zukünftig dürft Ihr Euch auf interessante Berichte rund um unser Thema Förderung der GSA Barkultur im deutschsprachigen Raum freuen. Wir werden im neuen Blog mindestens zwei feste Tage haben, an denen wir Euch weiterhin mit wissenswerten Versuchen, Tastings, Berichten über Spirituosen und natürlich über Pflanzen und Kräuter im GSA Raum versorgen.

Die Aufstellung der Autoren gestaltet sich wie folgt:
Vom GSA Team sind Thorsten und ich auf dem neuen Blog die festen Schreiber, Gast-Autoren werden weiterhin Sven Riebel und Olaf Wüstenhagen sein. Vom Bartenders Laboratory sind Arnd Henning Heißen ,Cihan Anadologlu und Klaus St. Rainer die festen Schreiber. Ob es auch ihrerseits Gast-Autoren geben wird, ist uns bis dato nicht bekannt. Als generell neue Autorin dürfen wir zukünftig Christina Schneider aus der Marlene Bar begrüssen, die unter anderem beim Mojito-Tasting dabei war. Welchen Themen sie sich dann widmet, wird sie Euch zu gegebener Zeit auf dem neuen Blog selbst erzählen.

Hier sind schhonmal die festen Tage der Blogger :

Montag - Thorsten Pannek & Jens Gröning
Dienstag - Christina Schneider
Mittwoch - Klaus St. Rainer
Donnerstag - Thorsten Pannek & Jens Gröning
Freitag - Arnd Henning Heißen
Samstag - Cihan Anadologlu
Sonntag - Arnd Henning Heißen

Von uns sei vorab schonmal soviel verraten: Unsere nächsten Themen werden ein Side Car Tasting mit verschiedenen Weinbränden sein, sowie ein Praxistest mit selbst hergestellten Zuckersirupen aus verschiedenen Zuckerarten. Ihr dürft also weiterhin gespannt sein.

Wir danken also an dieser Stelle unserer bisherigen treuen Leserschaft und freuen uns darauf, Euch und vielleicht auch neue Leser ab dem 21. Juni auf dem neuen Blog begrüssen zu dürfen.

Euer Thorsten & Jens

Mittwoch, 10. Juni 2009

Enthüllt

Wie Jörg Meyer gerade so schön auf Facebook gepostet hat: "Die Katze ist aus dem Sack". Die beiden neuen Bitter Sorten von The Bitter Truth sind:

Bittermens Xocolatl Mole Bitters

Dieser Bitter ist ein Bitter aus dunkler Schokolade mit typischen Bitternoten und abgerundet mit Gewürzen. Er soll der perfekte Partner für dunkle Spirituosen sein, unter anderem für Rum oder Tequila.

Bittermens Grapefruit Bitters


Dieser Bitter ist ein Bitter aus Grapefruit mit frischen Zitrusnoten und ist damit der ideale Partner von Gin und Blanco Tequila.

Ich bin mal gespannt, wie sich diese Bitters in Cocktails oder Highballs einsetzten lassen. Wir werden es auf jeden Fall testen.

Samstag, 6. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Teil 4/4

Als nächstes testen wir die Persische grüne Minze. Diese unterscheidet sich von der gängigen marokkanischen Minze durch wesentlich kleinere Blätter, die eher länglich statt oval und nicht "behaart" sind, also ohne Fasern. Trotz alledem hat sie ein starkes Menthol-Aroma.

Das Ergebnis teilt sich 50:50. Die Hälfte der Gruppe mag die gemuddelte Version lieber, weil kräftiger und frischer, die andere Hälfte bevorzugt die angeklatschte Variante. Begründung dafür ist, dass man keine kleinen Minz-Stückchen beim Trinken im Mund hat und das Ganze eher einer Limonade ähnelt.


Mal sehen, ob beim nächsten Drink "Wrigley's" grüssen lässt - wir testen die Minzsorte Spearmint.

Die Minze hat offensichtlich nicht sehr viel Aroma, denn diesmal schmeckt der gemuddelte Mojito besser. In Jakobs geklatschter Variante geht das Aroma durch sein mehr an Soda etwas unter.


Der vorletzte Drink wird nun mit Orangenminze hergestellt.


Beide Varianten sind zwar (ähnlich wie bei der Flussminze) interessant, aber für einen typischen Mojito eher unbrauchbar.

So. In Thorstens Küche klatscht es ein letztes Mal, aber keinen Beifall, sondern Minze zwischen Jakobs Händen. Die Zitronenminze darf das Schlusslicht bilden.

Einstimmig abgelehnt. Diese Minze ist nicht mal interessant und macht sich einfach gar nicht gut in einem Mojito. Da hilft auch Arnds Idee nicht, den Drink mit etwas Mandelsirup zu pimpen.


Schluss-Fazit:
Wir sind uns alle einig, dass ein Mojito ein sehr sensibler Drink ist. Er soll letztendlich schmecken, wie in seinem Geburtsland Kuba, wo er trotz unterschiedlicher Herstellungsvarianten stets einer sommerlich leichten Limonade gleicht, die einen durch den Tag begleitet und die den Geschmack frischer Minze mit den Aromen von Rum, Limettensaft und Zucker vereint. Aus unserem Test ergeben sich somit folgende Erkenntnisse:
  • Unbedingt Eiswürfel verwenden - sie tragen die Kohlensäure der Soda länger und lassen den Drink nicht so schnell verwässern wie crushed ice
  • weisser oder feiner brauner Rohrzucker löst sich besser auf und gibt dem Drink die richtige Süsse - Rohrzuckersirup ist ein gleichberechtigter Ersatz für den Rohrzucker
  • frisch gepresster Limettensaft ist ein indiskutables Muss, die Menge darf variieren
  • bei der Minze sollte man sich auf die handelsübliche marokkanische Minze oder die nordafrikanische Krause Minze beschränken (Frank erzählte uns noch von der sehr aromatischen und kräftigen israelischen Minze, die auch im Handel erhältlich sei)
Der wichtigste Punkt ist natürlich die Verarbeitung der Minze und egal ob man sie nun muddelt oder nur leicht zwischen den Handflächen anklatscht - wichtig ist, das man beides sehr behutsam macht. Jakob sagte sehr schön: "Treat her like a woman - soft and gentle." Ein schönes Schlusswort.

Zum Schluss wurde die Bar Pannekschen Labor eröffnet und es gab unter anderem einen leckeren Mint Julep mit Old Grand Dad 114 von Christina Schneider.

In diesem Sinne sagen wir alle "Prost"

Freitag, 5. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Teil 3/4

Wir machen erneut zwei Mojitos - diesmal mit Persischer Bergminze. Eine Version von Frank (leicht gemuddelt und mit feinem braunen Rohrzucker), die andere Version von Jakob (nur angeklatscht und mit Zuckersirup).

Die gemuddelte Version hat zuviel Minzöl freigesetzt, schmeckt hinten raus wie ein Hustenbonbon. Die geklatschte Version ist hier diesmal der Sieger.


Zwischenfazit:
Wir kommen grad an einen Punkt, wo es sehr schwierig wird, das Tasting gleichberechtigt durchzuführen, denn zum einen sind klatschen und muddeln nunmal die gängigen Verarbeitungsweisen, zum anderen kommen eben auch Zucker und Zuckersirup zum Einsatz. Somit müssten wir jetzt theoretisch mit jeder Minzart vier verschiedene Cocktails machen. Das wären dann nochmal 32 Mojitos !

Damit es irgendwie weiter geht, einigen wir uns darauf, nur noch Zuckersirup zu verwenden und wenigstens klatschen und muddeln gegenüber zu stellen.

Gesagt - getan. Im nächsten Drink kommt die Apfelminze zum Einsatz.


Die Mehrheit der Gruppe ist sich einig, dass man das Apfelaroma nur erahnen kann, statt sie wirklich zu schmecken. Komischerweise sind Thorsten und ich die einzigen, die der Meinung sind, dass die angeklatschte Version des Drinks eher nach Apfel schmeckt, als die gemuddelte. Gut, dass heute mal mehrere Gaumen anwesend sind. In der Vergangenheit mussten ja Thorsten und ich immer alleine unsere Drinks im Praxistest bewerten.

Als nächstes darf sich die Bachminze beweisen.

Auch hier gehen die Meinungen leicht auseinander. Eine Hälfte bevorzugt diesmal die gemuddelte Version - die Bachminze hat eine tolles Aroma und trotzdem sie kräftig ist, schmeckt der Drink nicht zu sehr nach Menthol. Frank und mir wiederum schmeckt wieder die geklatschte Version besser.

Nach der Bachminze liegt es nahe, der Flussminze aufs Blatt zu fühlen.

Überraschte Gesichter in der ganzen Runde. Völlig untypisch für einen Mojito legen sich Aromen von Kräutern und vor allem von Anis auf unsere Zungen. Und das in beiden Herstellungs-Varianten. Sehr interessant aber einstimmig für einen Mojito ungeeignet.

Cordi verlässt uns, da sie noch arbeiten muss und mit ihrem von Thorsten zubereiteten Mojito-To-Go hatte sie die Lacher auf ihrer Seite.


Morgen folgt dann der vierte und letzte Teil unserer "Mojito-Quadrologie".

Donnerstag, 4. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Teil 2/4

Versuchen wir jetzt also mit unseren favorisierenden Mojito-Versionen die unterschiedlichen Zuckersorten (weisser Rohrzucker, bauner Rohrzucker, feiner unverarbeiteter brauner Rohrzucker) ins Spiel zu bringen.

Mir machen zunächst Franks Variante:


8 Minzblätter mit Stengel,
2 BL des jeweiligen Zuckers,
Saft einer Limette,
alles anmuddeln,
Eiswürfel,
5 cl Havana,vorsichtig umrühren,
fill up mit Soda,
erneut vorsichtig umrühren,
einen dash Angostura on Top

Der weisse Rohrzucker und der feinere unverarbeitete braune Rohrzucker kristallisieren sich als Favoriten heraus. Leider sehen die Drinks irgendwie nicht appetitlich aus - eher wie kleine Aquarien. Also muddeln ist nicht so der Bringer.

Der Fairness und der Neugier halber machen wir nochmal die gleichen Drinks, diesmal mit crushed ice.


Seltsam, aber die gleichen Drinks schmecken diesmal nicht wirklich irgendjemandem. Woran das wohl liegen mag? Wahrscheinlich an zuviel Schmelzwasser und damit verschwindenden Aromen. Wir bleiben also dabei, in allen weiteren Mojitos nur noch Eiswürfel zu verwenden.

Wir testen die drei Zucker in der Version von Jakob:

5-8 Minzblättern ohne Stengel, die nur angeklatscht werden
2 BL des jeweiligen Zuckers,
3 cl frischer Limettensaft,
5 cl Havana,
umrühren,
8-10 cl Soda,
die Eiswürfel erst zum Schluss dazugegeben,
erneut leicht umrühren

Einstimmige Meinung: Der weisse und der feinere braune Rohrzucker macht sich am besten in den Mojitos. Sie lösen sich am schnellsten auf und geben eine angenehme Süsse. Die Eiswürfel haben den Vorteil, das die Kohlensäure aus der Soda nicht so schnell weg ist, der Drink prickelt länger auf der Zunge. Des weiteren sehen die Drinks nicht wie ein Aquarium aus.

Fazit:
Zur Weiterführung des Ganzen einigen wir uns auf die beiden oben genannten Herstellungsweisen: Einmal leicht gemuddelt mit dem feineren braunen Rohrzucker und einmal nur angeklatscht mit Zuckersirup, beide mit Eiswürfeln.

Lest dann morgen weiter, wie die verschiedenen Minzsorten zum Einsatz kommen.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Teil 1/4

16:30 Uhr im Süden Berlins. Gastgeber Thorsten Pannek (Vis á Vis) hat in seinem kleinen Reich zum Mojito Tasting geladen. Anwesende sind Cordula Langer (Vis á Vis / Becketts Kopf), Christina Schneider (Marlene Bar), Sven Riebel (Lebensstern), Jakob Etzold (Reingold), Olaf Wüstenhagen (Barfly aus Hamburg), Arnd Henning Heissen (Shochu Bar), Frank Grosser (Kempinski Grand Hotel des Bains / St. Moritz) und natürlich meine Wenigkeit (Bar Nou).

In der Mini-Küche wird bereits fleissig Kubanische Minze gezupft und Sven bereitet den ersten Mojito nach Green Door/Victoria Bar Variante zu - sprich:

15 Minzblätter werden mit 1 BL braunen Rohrzucker solange gemuddelt, bis sie einem Minz-Pesto ähneln,
2 cl frischer Limettensaft,
6 cl Havana 3 Jahre,
crushed Ice,
vorsichtig umgerühren,
mit Soda auffüllen

Einstimmige Meinung ist, dass die Minze hier nicht funktioniert. Kubanische Minze schmeckt eher leicht nach Gras, statt nach Minze. Das extreme Muddeln führt dann noch dazu, dass man stets kleine Stücke im Mund hat, was mir persönlich und auch ein, zwei anderen Teilnehmern allgemein bei Drinks nicht gefällt.

Bevor wir die verschiedenen Minz- und Zuckersorten testen, müssen wir uns natürlich erst einmal auf eine Variante der Zubereitung einigen. Der zweite Mojito nach Kempinski Variante wird uns zubereitet von Frank:

8 Minzblätter mit Stengel (!),
2 BL weisser Rohrzucker,
Saft einer Limette,
alles anmuddeln, Eiswürfel hinzugeben,
5 cl Havana,
vorsichtig umrühren,
fill up mit Soda,
erneut vorsichtig umrühren,
einen dash Angostura on Top

Sehr angenehm, keiner will den Drink weiterreichen. Ein guter Mojito, der wie eine Limonade schmeckt.

Jakob macht uns den dritten Mojito in der Reingold Variante:

5-8 Minzblättern ohne Stengel, die nur angeklatscht werden,
2 cl Rohrzuckersirup,
3 cl frischer Limettensaft,
5 cl Havana,
umrühren,
mehr Soda (ca. 8-10 cl) als in Variante zwei,
die Eiswürfel erst zum Schluss dazugegeben,
erneut vorsichtig umrühren

Ebenfalls sehr angenehm. Toller Minzgeschmack, der Rum kommt ganz leicht durch, auch hier schmeckt der Mojito, wie er eigentlich schmecken soll - wie eine sommerlich leichte Limonade.

Als vierten Mojito mache ich die Bar Nou Variante:

vier Limetten-Achtel ins Glas geben,
mit 2-3 BL braunem Rohrzucker anmuddeln,
8-10 Minzblätter dazugeben, nur ganz leicht andrücken,
crushed ice ins Glas,
7 cl Havana,
kurz anshaken,
auffüllen mit Soda,
noch etwas chrushed ice obendrauf

Allgemein finden wir es alle nicht schlecht, dass man hier ein bißchen mehr Rum schmeckt. Störend ist leider der unaufgelöste Zucker im Mund, der dazu führt, dass der Drink zu süß wird, wenn man mit Trinkhalm trinkt.

Arnd macht uns den fünften Mojito in der Shochu Bar Variante:

10 Blatt Minze angeklatscht,
2 cl frischer Limettensaft,
2 cl Rohrzuckersirup,
8 cl Rum, crushed ice drauf,
umrühren (wobei man die Minze nach oben holt),
erneut crushed ice,
einen Schuss Soda und nochmal etwas crushed ice.

Auch diese Variante überzeugt uns alle. Sehr ausgeglichen, auch sehr limonadig.

Fazit:
Die Varianten von Frank (mit weissem Rohrzucker, Minze mit Stengel und Eiswürfeln), von Arnd (mit Zuckersirup, crushed ice und mehr Rum als Soda), sowie die Version von Jakob (ebenfalls mit Zuckersirup, Eiswürfeln und mehr Soda als Rum) haben uns am besten gefallen.

Im nächsten Versuch werden wir per Ausschlussverfahren herausfinden, welche Minze zu welchem Zucker passt.

Dienstag, 2. Juni 2009

Mojito-Tasting im Pannekschen Labor - Vorwort

Es ist endlich soweit - heute ist der Tag der Tage, an dem wir uns verhältnismässig zahlreich in Thorstens kleiner Einzimmer-Wohnung zusammenfinden werden, um mithilfe von 10 verschiedenen Minzsorten, sowie drei verschiedenen Zuckersorten den perfekten Mojito zu suchen. Es ist kurz nach 14 Uhr, um 16 Uhr werden die interessierten Teilnehmer erscheinen und Thorsten und ich nutzen schnell noch die Zeit, um die verschiedenen Minzen und Zucker vorzustellen.

Herr Dr. A. Moshiri vom Exotischen Kräutergarten in Berlin war so nett, von den ursprünglichen 10 Sorten Minze ganze 9 kostenlos unserem Projekt zur Verfügung zu stellen. Nochmal ein ganz großes Dankeschön von uns an dieser Stelle! Leider hat die Afrikanische Minze das Wochenende nicht überlebt - offensichtlich hat sie sich im Kühlschrank über Thorstens falsche Lagerung "schwarz" geärgert. Somit verbleiben also folgende Sorten für den heutigen Praxistest:

Kubanische Minze

Persische Minze grün

Bachminze


Apfelminze


Orangenminze


Spearmint


Persische Bergminze


Zitronenminze

Flussminze

Dazu gesellen sich 3 verschiedene Zuckersorten - brauner Rohrzucker, feiner weisser Rohrzucker, sowie feiner unverarbeiteter brauner Rohrzucker.

Ihr dürft also sehr gespannt sein. Morgen berichten wir dann ausführlich über den heutigen Verlauf des Abends.

Sonntag, 31. Mai 2009

Unsere beiden Holunder-Gins im Praxistest - Teil 3/3

Willkommen zum dritten Teil unserer Holunder-Gin-Praxistest-Trilogie.

Heute machen wir zunächst eine "White Lady":


5 cl des jeweiligen Gins
3 cl Cointreau
2 cl frischer Zitronensaft

Zwei völlig gegensätzliche Cocktails. Während der Drink mit dem Lebensstern Gin gut funktioniert - tolle sich ergänzende Aromen von Wacholder und Orange, geht er mit dem Zephyr mal gar nicht. Hier gibt es einen Nachgeschmack hinten raus, der den Drink kaputt macht.

Als Letztes versuchen wir einen "Pegu Club" nach der Vis Á Vis Rezeptur:


6 cl des jeweiligen Gins
3 cl Triple Sec
1 dash Angostura
1 dash Orangenbitter
1 BL frischen Limettensaft

Hier funktioniert auch wieder eher der Lebensstern Gin, als der Zephyr, aber unsere diesmal einstimmige Meinung hält hier beide Gins für diesen Cockail ungeeignet.

Fazit:
Insgesamt hat uns hier der Lebensstern Gin mehr überzeugt, als der Zephyr Blu Gin. Während letzterer immer wieder in den Drinks einen unangenehmen süßlichen Nachgeschmack erzeugte, ging der Lebensstern Gin in den Cocktails besser auf. Auch hier ist natürlich wieder rumprobieren angesagt, denn letztendlich entscheidet der eigene Geschmack oder die Vorlieben des Gastes. Wer also eine Holundernote im Gin mag, für den sind durchaus beide Gins empfehlenswert - wir persönlich halten den Lebensstern Gin für ausgereifter.

Samstag, 30. Mai 2009

Unsere beiden Holunder-Gins im Praxistest - Teil 2/3

Weiter geht es also mit unseren beiden Holundernoten-Gins und ihrer Aussagekraft in Drinks.

Wir beginnen heute mit einem klassischen "Gin Fizz":


6 cl des jeweiligen Gins
4 cl frischer Zitronensaft
2 cl Rohrzuckersirup
aufgefüllt mit Soda

Also meiner Meinung nach, eignen sich hier beide Gins hervorragend für einen Fizz, auch wenn es nicht unbedingt ein typischer Gin Fizz vom Geschmack her ist, denn in beiden Drinks schmeckt man die angenehme Holundernote heraus. Während Thorsten die Variante mit dem Lebensstern Gin insgesamt runder findet, bevorzuge ich diesmal die Version mit dem Zephyr Gin, da diesmal die Süße nicht unangenehm ist, sondern eher aufgeht in dem Drink. Aber es ist ja allgemein bekannt, dass ich süsslichere Drinks bevorzuge. Ist eben Geschmackssache.

Als zweiten Drink machen wir den bekannten Champagner-Cocktail "Flying Beauty":


2 cl des jeweiligen Gins
2 cl Cointreau
2 cl frischer Zitronensaft
aufgefüllt mit Champagner

Zu Erfolgen muss sich auch mal ein Misserfolg gesellen. Hier ist diesmal die Zephyr-Variante angenehmer, der Drink mit dem Lebensstern Gin ist allgemein zu sauer und unterm Strich finden wir beide, dass hier die Gins in diesem Drink nicht wirklich funktionieren.

Nun denn. Morgen schliessen wir dann mit zwei weiteren Cocktails unseren Praxistest ab.

Freitag, 29. Mai 2009

Unsere beiden Holunder-Gins im Praxistest - Teil 1/3

Na dann wollen wir doch heute mal sehen, wie sich unsere beiden Gins in diversen Cocktails schlagen. Da allerdings beide Gins eine wahrnehmbare Holundernote haben, werden wir schauen, in welchen Drinks sie funktionieren.

Wir beginnen mit einem "Clubland" aus dem Café Royal Cocktail Book und ersetzen dort den Wodka durch unsere beiden Gins:


4 cl des jeweiligen Gins
4 cl weisser Port
2 dashes Angostura

Die Version mit dem Zephyr Gin hat im Nachhall eine undefinierbare Süße, die den Drink nach hinten eher unangenehm werden lässt. Der Lebensstern Gin dagegen funktioniert in dem Drink ganz gut, auch wenn der unaufdringliche Wodka unserer Meinung nach in diesem Cocktail angenehmer ist.

Als zweites versucht Thorsten einen Aperitif in Eigenkreation:

3 cl des jeweiligen Gins
1,5 cl Lillet Blanc
1,5 cl Triple Sec
abgespritzt mit einer Zitronenzeste

Na Hoppla, da hat der Pannek doch wieder das richtige Händchen gehabt. Vor uns steht ein toller Aperitif, in welchem der Lebensstern Gin wieder geschmacklich besser abschneidet. Tolle Weinaromen, gepaart mit den Geschmacksnuancen des Gins. Die Zephyr-Variante ist hinten raus wieder etwas zu schwer und aufdringlich süß.

Nun denn, ich bin gespannt, was wir morgen mit den zwei Gins anstellen können.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Zwei Holunder-Gins in der Blindverkostung

Thorsten hatte es ja bereits angekündigt und heute ist es endlich soweit: wir verkosten den Lebensstern London Dry Gin. Ein Gin, der u.a. von Holundernoten geprägt sein soll. Als einen weiteren Gin mit einer vordergründigen Holundernote gesellt sich heute eine Flasche Blu Zephyr Gin dazu.


Lebensstern London Dry Gin (43 % Vol.):

Nase: angenehm unaufdringlich, leichte Wacholder- und Holundernoten
Körper: toller Körper mit einer ausgewogenen Wacholdernote, die durch leichte Holunder- und Citrusnoten ergänzt werden, irgendwie geht er sogar im Mund erst richtig auf
Nachhall: langer Abgang mit leichten Citrusnoten

Blu Zephyr Gin (40 % Vol.):

Nase: angenehme Frische mit Gintypischen Wacholder- und Citrusaromen und zusätzlicher Holundernote
Körper: eher flach, aber dennoch tolle Wacholdernote, leicht seifig
Nachhall: leichte Holundernoten im eher kurzen Abgang

Das waren für heute unsere ersten Eindrücke. Morgen werden wir dann wie üblich mit beiden Gins diverse Cocktails zubereiten.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Lebensstern Gin und seine Ingredienzen


Bevor es an die Blindverkostung geht, hier erstmal noch ein paar Grundinformationen über den Lebensstern Gin:

Destilliert wird der Lebensstern Gin, in einer deutsch-österreichischen Kooperation, von der Freihof Destillerie in Österreich. Die dafür folgende Zutaten benutzt:
  • Wacholder
  • Hollunderblüten
  • Coriander
  • Kassienrinde
  • Cardamom
  • Kubeb Beeren
  • Zitronenschale
  • Orangenschale
  • Angelica Wurzel
  • Orris Wurzel (Wurzel der Florentiner Schwertlilie)
  • Muskat
  • * Ingwer
Der Gin wird ergänzt durch typische Kräuter und Beeren aus dem Alpenraum (geheime Rezeptur der Freihof Destillerie)

Hervorzuheben ist neben den typischen Wacholderaromen, auch die Aromen der Hollunderblüte. So jetzt habt ihr erstmal ein paar Infos, morgen geht es an die Blindverkostung nebst einem anderen Hollunder-Gin.

Sonntag, 24. Mai 2009

Lebensstern Gin

demnächst mehr auf diesem Blog....

Freitag, 22. Mai 2009

Kleine Cachaça-Schulung im Vis à Vis

Frei nach Arnd seinem Motto "Wissenslücken sollte man schließen", wird es am 22. Juni um 13 Uhr im Vis à Vis ein kleine Cachaça-Schulung mit Dietrich Flath geben. Er wird uns unter anderem auch darüber aufklären, was der Unterschied zwischen Rum und Cachaça ist, obwohl es aus dem gleichen Ausgangsmaterial gebrannt wird. Dietrich Flath ist Importeur von hochwertigen Cachaças und vertreibt sie über cachaca-online.


Natürlich wird es nicht nur eine Schulung geben, sondern es kommen auch mehrere Cachaças aus seinem Portfolio zur Verkostung um zu zeigen, das Cachaça doch mehr kann, als Pitu, Cana Rio & Co.
Damit das ganze im gemütlich, geselligen Rahmen bleibt, ist das ganze auf 20 Personen begrenzt. Also wer Lust hat auf den brasilanischen Zuckerrohrschnaps, bitte per Kommentar oder per email (tpannek@hotmail.com) anmelden. First come, first serve.

Hier nochmal der Veranstaltungsort:


Vis à Vis
Raumerstraße 15 / Ecke Dunckerstraße am Helmholtzplatz
10437 Berlin

Veranstalter:
Dietrich Flath
cachaca-online

Mittwoch, 20. Mai 2009

Kirschliköre im Praxistest - Teil 2/2

Ohne viel Worte beginnen wir den zweiten Teil unseres Kirschlikör-Tests und mixen einen "Ruby Cocktail (Original)" nach einer Rezeptur von der cocktaildb.com:


5 cl Sloe Gin (wir nehmen mal TBT)
1,5 cl süsser Wermut (wir nehmen Antica Formula)
6 dashes des jeweiligen Kirschliköres
1 dash Orangenbitter

Wieder erscheint uns die Heering-Variante am ausgeglichensten. Schöne Kirsch- und Schlehenaromen neben dem süßen Wermut. Die Drinks mit Stettner und Eckes sind uns persönlich beide zu trocken und zu säuerlich. An solchen Stellen einer Versuchsreihe wünscht man sich ein paar zusätzliche Gaumen, damit man mehr Meinungen hätte...

Zum krönenden Abschluss machen wir einen "Professor Langnickel" von Mario Kappes aus dem Le Lion in Hamburg:


3 cl Sherry (wir nehmen einen Pedro Ximenez "Nectar" von Gonzales Byass)
3 cl Kirschwasser (wir nehmen Dettling Reserve)
3 cl des jeweiligen Kirschlikörs
abspritzen mit einer Zitronenzeste

Ich bin immer wieder angetan von dieser tollen Kreation. Diesmal ist die Version mit Stettner nicht so toll, sondern eher flach, alle Aromen werden nicht so schön getragen. Heering und Eckes dagegen liefern sich in diesem Drink ein Kopf an Kopf Rennen. Auch wenn die Eckes-Variante einen Hauch trockener zu sein scheint, mag man sich nicht wirklich für einen eindeutig besseren entscheiden.

Fazit:
Der Kirschlikör von Stettner konnte sich hier in keinem Drink behaupten und fällt somit für uns durch. Eckes Edelkirsch konnte sich nur bedingt durchsetzen, wahrscheinlich muss man mit diesem Kirschlikör etwas herumprobieren, um ihn perfekt in Szene oder einsetzen zu können. Eindeutiger Gewinner des ganzen Praxistests ist eindeutig der Cherry Heering.

In diesem Sinne verabschieden sich Thorsten & Jens - Prost!